Was ist ein Bildungsträger?
Bildungsträger sind Unternehmen, die auf Fort- und Weiterbildungen spezialisiert sind. Ein Maßnahmenkatalog bestimmt die Voraussetzungen für die Bildungsträger. Erfüllt das Unternehmen die Anforderungen des Katalogs, werden die Weiterbildungen staatlich unterstützt.
Bildungsträger sind daher staatlich anerkannte Einrichtungen. Sie führen im staatlichen Auftrag schulische und berufliche Bildungsmaßnahmen durch. Die Fortbildungen verfolgen dabei drei unterschiedliche Ziele:
Eingliederung in die Arbeitswelt
Diese Maßnahme dient der Wiedereingliederung von Personen, die längere Zeit nicht gearbeitet haben. Das Ziel ist dem Teilnehmer zu helfen eine neue Beschäftigung zu finden und aufzunehmen. Die Agenturen stellen außerdem Vermittlungshemmnisse fest und beseitigen sie.
Qualifizierung, Fortbildung und Umschulung
Träger bieten unterschiedliche Weiterbildungen an. Für die Bildungsträger sind hierbei Anpassungs-Weiterbildungen, Umschulungen oder das nachträgliche Erreichen eines Berufsabschlusses relevant. In diesem Sinne zählen nicht Studiengänge an (Fach-)Hochschulen, Fremdsprachenunterricht oder spezielle Fachtagungen.
An (Fach)-Hochschulen sind förderfähige Kurse auf den Seiten der staatlichen Träger entsprechend markiert. Die Kurse der unterschiedlichen Träger besitzen die gleichen Ziele:
- Bestehende Kenntnisse werden vertieft.
- Fertigkeiten werden verbessert und ausgebaut.
- Arbeitsprozesse werden an technische Entwicklungen angepasst.
- Ein neuer beruflicher Abschluss wird erreicht.
- Vorbereitungen für das Nachholen einer externen Berufs-Abschlussprüfung.
- Teil-Qualifikationen werden vertieft und führen zum Berufsabschluss.
Arbeitsgelegenheiten
Bei Arbeitsgelegenheiten handelt es sich um keine direkten Arbeitsverhältnisse im Sinne des Arbeitsrechts. Arbeitslose beantragen sie direkt bei der zuständigen Arbeitsagentur. Durch diese Arbeitsgelegenheit erhalten die Arbeitslosen eine Aufwandsentschädigung zusätzlich zum Arbeitslosengeld.
Für Träger sind unterschiedliche Kosten förderfähig:
- Kosten, die durch die unmittelbare Tätigkeit entstehen
- Personalkosten durch Anleitungsbedarf
- Sozialpädagogische Betreuung
Staatliche vs. private Bildungsträger
Bildungsträger sind unterteilt in staatliche und private Einrichtungen. Die staatlichen Träger unterliegen dabei den jeweiligen Gesetzen des Landes. Private Bildungsträger sind eine Sonderform der Weiterbildung. Die Anbieter unterliegen dabei strengen Auflagen und haben bestimmte Bedingungen zu erfüllen. Gleichzeitig sind sie das Grundgerüst der beruflichen Bildung und ein wichtiger Bestandteil der staatlich garantierten Bildung.
Wie wird man zum anerkannten Bildungsträger?
Nur ein zertifiziertes Unternehmen erhält staatliche Fördergelder. Die Maßnahmen sind in einem von der Bundesanstalt für Arbeit veröffentlichten Katalog. Unternehmen füllen einen umfangreichen Antrag aus. Dieser wird bei der Arbeitsagentur im Fachbereich Förderung eingereicht.
Grundvoraussetzungen für die Anerkennung
- Ordnungsgemäße Geschäftsführung
- Arbeit auf Dauer angelegt
- Politisch relevante Bildungsarbeit
- Angebote für Nicht-Mitglieder
- Sitz in Deutschland
Ihr Unternehmen benötigt keine bestimmte Rechtsform, um als staatlich finanzierter Bildungsträger akzeptiert zu werden. Selbstständige, Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), Gesellschaften mit begrenzter Haftung (GmbH) und auch Aktiengesellschaften (AG) sind im Stande die Zertifizierung zu erhalten.
Leistungsumfang der Bildungsträger
Die Leistung der unterschiedlichen Träger unterscheidet sich stark. Auch der Umfang und der Inhalt der Kurse variieren. Neben den umfangreichen Weiterbildungen, spezifisch für einzelne Berufe, werden auch einfache Kurse angeboten.
Leistungsumfang staatlicher Bildungsträger
Bei staatlichen Trägern orientiert sich der Inhalt der Weiterbildungen an den festgelegten Zielen. Zum Inhalt der Arbeitsgelegenheiten gehören Tätigkeiten im öffentlichen Interesse. Diese sind in einem wettbewerbsneutralen und geeigneten Träger-Unternehmen auszuüben. Die Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung umfassen:
- Bewerbertraining
- Fremdsprachenkurse
- Fachspezifische Weiterbildungen
- Coaching-Kurse zur Selbstständigkeit
In der Kategorie der beruflichen Weiterbildung erwerben Teilnehmer neue berufliche Kompetenzen. Unterteilt werden die Inhalte entlang drei verschiedener Kategorien:
Leistungsumfang privater Bildungsträger
Private Träger weisen ein großes Angebot an beruflichen Weiterbildungen auf. Theoretisch ist es den Unternehmen möglich, jeden Inhalt zu vermitteln. Meistens handelt es sich um fachspezifische Kenntnisse für verschiedene Berufe. Für ein Weiterbildungsangebot bestehen zwei Voraussetzungen:
- Das Unternehmen benötigt eine staatliche Zertifizierung.
- Die Kursinhalte entsprechen den Anforderungen des Maßnahmenkatalogs.
Finanzierung der Bildungsträger
Finanziert werden Weiterbildungen über verschiedene staatliche Programme, die bundesweit zur Verfügung stehen. Die Aus- und Weiterbildungen bei zertifizierten Bildungsträgern werden dabei entweder bezuschusst oder vollständig übernommen. Die Fördermöglichkeiten sind unterschiedlich ausgestaltet und werden individuell auf die jeweilige berufliche Situation angepasst.
Arbeitnehmer haben – je nach persönlicher und beruflicher Ausgangslage – unter anderem Anspruch auf folgende Förderinstrumente:
Insbesondere das Qualifizierungschancengesetz bietet Beschäftigten die Möglichkeit, sich während des laufenden Arbeitsverhältnisses weiterzubilden. Dabei können nicht nur die Weiterbildungskosten, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch Teile des Arbeitsentgelts übernommen werden.
Wichtig zu wissen
Für jede Förderung müssen die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Grundlage bilden dabei unter anderem Regelungen aus dem Sozialgesetzbuch sowie weitere spezifische Förderbestimmungen.
Insolvenz eines Bildungsträgers
Jeden Tag melden eine Menge verschiedener Unternehmen Insolvenz an. Doch was, wenn ein Bildungsträger während der geförderten Weiterbildung diesen Schritt gehen muss? Als Kurs-Teilnehmer bekommen Sie vom zuständigen Arbeitsamt meist freie Hand. Sie haben folgende Möglichkeiten:
- Sie suchen sich selbst einen ähnlichen Kurs bei einem anderen Träger.
- Ein neuer Träger übernimmt den Betrieb.
- Kontaktieren Sie Ihr zuständiges Arbeitsamt bei Problemen und Fragen.
Bildungsträger sind ein wichtiger Bestandteil der Bildungspolitik
Förderung und Weiterbildung nimmt einen wichtigen Stellenwert in der deutschen Bildungspolitik ein. Die Bildungsträger gewährleisten ein breites Spektrum an Angeboten. Für die meisten Fälle ist eine staatlich finanzierte Weiterbildung problemlos möglich. Egal ob Weiterbildung, Intensivierung der Fachkenntnisse, Umschulung, oder spezifische Kenntnisse, durch einen Kurs vermittelt.
Durch die Digitalisierung können staatlich geförderte Weiterbildungen heute auch vollständig online oder im E-Learning-Format durchgeführt werden. Voraussetzung ist eine Zertifizierung nach AZAV. In vielen Fällen übernimmt der Staat bis zu 100 % der Weiterbildungskosten. Für Unternehmen können zusätzlich Lohnkostenzuschüsse für Beschäftigte während der Weiterbildung gewährt werden, deren Höhe je nach Unternehmensgröße und Förderprogramm variiert.

